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Vorgeschichte
Genossenschaften sind ein Kind des 19. Jahrhunderts. Industrialisierung und freie Marktwirtschaft lösten in seinem Verlauf gewaltige gesellschaftliche Umwälzungen aus. Auf dem platten Land verschwanden mehr und mehr die geregelten Strukturen der Dorfgemeinschaften. So wurden aus Bauern, die über Jahrhunderte vor allem für ihre Selbstversorgung gewirtschaftet hatten, allmählich unabhängige Landwirte. Produktion und Verdienst regelte nun der "Markt". Mit dessen Undurchschaubarkeit und Sprunghaftigkeit mussten sich die neuen "Agrarunternehmer" nun auseinanderzusetzen. Die Genossenschaftsidee versuchte, deren Vereinzelung in einem neuen Gemeinschaftsprinzip aufzufangen. Durch die Gewährung günstiger Darlehen (Raiffeisen), günstiger Einkaufsmöglichkeiten für den landwirtschaftlichen Bedarf (BayWa) oder die gemeinsame Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte wollte man die Mitglieder unabhängiger von Marktgeschehen und Händlergunst machen.
Nirgends im Agrarbereich entwickelte sich das freie Spiel der Kräfte von Angebot und Nachfrage ungezügelter als beim Hopfenbau. So lange das "Hopfenroulette" - jedenfalls theoretisch - enorme Gewinne versprach, nahm man das charakteristische Auf und Ab der Hopfenpreise gerne in Kauf. Als jedoch gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Hochlagen der Preise immer seltener ausfielen, brauchte es nicht lange, um auch im Hopfenbau die neuartige Genossenschaftsidee durchzusetzen. 1896 gründete Pfarrer Simon Eisenmann in Abens die erste Hopfen-Verkaufsgenossenschaft der Hallertau. Ihr folgten andere wie die "Bayerische Zentralhopfen-Verkaufsgenossenschaft" oder die "Hopfenbank AG" in Wolnzach. Ausnahmslos alle verschwanden nach einigen mehr oder minder erfolgreichen Jahren schnell wieder von der Bildfläche. Die Gründe hierfür waren letztlich immer die gleichen: Einerseits musste das genossenschaftliche Solidaritätsprinzip der mächtigen Hopfenhändlerschaft zwangsläufig ein Dorn im Auge sein, weswegen sie die Genossenschaften stets nach besten Kräften boykottierte. Andererseits waren deren Mitglieder auch häufig selbst Schuld: Denn aktiv sollten ihrer Meinung nach die Genossenschaften nur dann werden, wenn die Hopfenpreise im Keller landeten. Folglich war´s in guten Zeiten schnell vorbei mit der Solidarität und die gewohnte Preisspekuliererei erblühte wieder in voller Pracht.
Es brauchte schon eine gewaltige Hopfenmarktkrise wie die gegen Ende der 1920er Jahre, um der Genossenschaftsidee im Hopfenbau zum ersten Mal umfassend Gehör zu verschaffen. Auf Initiative des späteren Präsidenten im Deutschen Hopfenpflanzerverband, Franz Edler von Koch, gründete man 1930 die "Deutsche Hopfenverkehrsgesellschaft mbH" mit Sitz in Nürnberg, kurz DHVG. Ihr Aufgabenfeld sollte vor allem in marktbereinigenden Maßnahmen liegen, also darin, unverkäuflichen Hopfen aufzukaufen, um damit die Preise zu stützen. Allzu lange konnte aber die "Stützung" - so der Ehrenname der DHVG unter den Pflanzern - nicht frei agieren. Denn mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die DHVG in den Reichsnährstand eingegliedert und zum "Vollzugsorgan der deutschen Brauwirtschaft im Reichsnährstand" umgewandelt. Koch zog sich zurück. Aus der Solidargemeinschaft von Hopfenpflanzern wurde ein Zentralverband, in dem sich nun auch Hopfenhändler und Brauer organisierten.
Diese Vermischung war eine wesentliche Ursache dafür, dass die DHVG nach dem Zusammenbruch des "1000-jährigen Reiches" nicht mehr allzu lange wirken konnte. Erst nach aufreibenden Prozessquerelen wandelte sie sich 1952 wieder zurück zum reinen Genossenschaftsorgan der Hopfenpflanzer. Als jedoch ein Jahr später der Hopfenmarkt einen fulminanten Zusammenbruch erlebte, bedeutete dies auch das Ende der DHVG. Sie musste Konkurs anmelden.




Gründung der HVG Hallertau 
Auch wenn Namenskürzel und genossenschaftliche Ausrichtung den Eindruck erweckten - eine konkrete Verbindung zur "Deutschen Hopfenverkehrsgesellschaft" bestand bei der HVG niemals. Im Gegenteil. Die Gründerväter der HVG beeilten sich, das durch den DHVG-Konkurs entstandene Misstrauen in die Genossenschaftsidee nicht auf die eigene Institution abfärben zu lassen. Dementsprechend deutlich wies man darauf hin, dass "diese Genossenschaft mit der DHVG in keiner Weise verglichen werden kann". Andererseits fiel der Gründungszeitpunkt der HVG mit dem der DHVG-Pleite nicht zufällig zeitgleich ins Jahr 1953. Der Konkurs hinterließ einerseits ein Vakuum, das man andererseits nun endlich mit einer Genossenschaftsgründung ohne alle Vorbelastungen füllen wollte.
So versammelte sich auf Einladung des Hopfenpflanzerverbandes Hallertau am 6. Oktober 1953 im voll besetzten Mainburger Christlbräu eine große Zahl von Hallertauer Hopfenbauern, Hopfenfunktionären, Regional- und Agrarpolitikern und gründete die "Hopfenverwertungsgenossenschaft Hallertau e.G.m.b.H." mit Sitz in Mainburg. Zum Vorstandsvorsitzenden wählte man Dr. Jakob Spitzauer (München-Gräfelfing), als seinen Stellvertreter Andreas Grabmair (Scheuerhof) sowie als weiteres Vorstandsmitglied Michael Forstner (Freidlhof). Zum Aufsichtsratsvorsitzenden berufen wurde Otto Höfter (Neuhausen), als weitere Aufsichtsratsmitglieder Sebastian Raith (Marzill) sowie Hans Bergermeier (Siegenburg).
Als Gegenstand des Unternehmens waren laut den Statuten vor allem die gemeinschaftliche Aufbereitung und kommissionsweise Verwertung von Hopfen vorgesehen: "Die Genossenschaft will in erster Linie durch ihre geschäftlichen Einrichtungen die wirtschaftlich Schwachen stärken und das geistige und sittliche Wohl der Genossen fördern nach dem Grundsatz "Einer für alle, alle für einen'". Mitglieder konnten alle Personen werden, die den Hopfenbau "in den Siegelbezirken der Hallertau" betrieben oder aber sich allgemein "die Förderung des Hopfenabsatzes angelegen sein lassen" wollten. Man verstand sich keineswegs als Konkurrenzunternehmen zum Hopfenhandel, sondern wollte nur als Kommissionär in Erscheinung treten.
Eine Nähe zu Staat und Politik war von Anfang gewünscht. Dementsprechend freute man sich, den damaligen bayerischen Landwirtschaftsminister, Dr. Alois Schlögl, als Mitglied Nr. 1 in der Liste aufnehmen zu können. Diese politische Nähe hatte auch einen konkreten Grund: Ohne die Erteilung einer Staatsbürgschaft in ausreichender Höhe wäre die neue Genossenschaft von vorne herein ein stumpfes Schwert gewesen. Zur Erteilung dieser Bürgschaft, so stellte sich in den Folgemonaten jedoch heraus, bedurfte es eines einheitlichen Auftretens aller bestehenden Hopfengenossenschaften. Im Anschluss an die Hallertauer Gründung hatten sich nämlich auch in den Hopfenanbaugebieten Spalt, Hersbruck und Rottenburg-Herrenberg-Weilderstadt (RHW) HVG´s gegründet; die Hopfengenossenschaft Rheinpfalz existierte bereits seit 1936. Unter dem Schirm der "Bayerischen Warenvermittlung" (BayWa) gründeten deshalb Anfang 1954 alle Genossenschaften zusammen die "Genossenschaftliche Hopfenverwertungs-Zentrale m.b.H." mit Sitz in Nürnberg, die bis 1971 existierte. Nebenbei erfolgte im Rahmen dieser Gründung auch die einzige konkrete "Nachfolge" zur DHVG: Die Hopfenverwertungs-Zentrale übernahm aus deren Konkursmasse das Gebäude und dessen Einrichtung.

 


 

1954-1959
Trotz der geringen Berührungspunkte: Nach dem DHVG-Crash war das Misstrauen gegenüber allem Genossenschaftlichen bei den Pflanzern zuerst einmal groß. So entwickelten sich die Mitgliederzahlen der HVG Hallertau anfangs äußerst zurückhaltend, nur einige Hundert Pflanzer traten bei. So mussten die Vorstandsmitglieder einen Marathon von Aufklärungsversammlungen in der ganzen Hallertau absolvieren, um schließlich zur Ernte 1954 einen Mitgliederstand von 4.366 vermelden zu können - was damals noch einen Anteil von 57 % aller Hallertauer Hopfenpflanzer bedeutete.
In Nachhinein hinterließ diese erste Hopfenernte in der Genossenschaftsgeschichte einen etwas zwiespältigen Eindruck. Die HVG übernahm 28,1 %, konkret rund 58.500 Ztr. aus dem Erntebestand. Leider gelang es nur, rund 50 % dieser Hopfen auf dem vorgegebenen Preisniveau zu verkaufen, der Rest ging zu wesentlich niedrigeren Preisen aus den Lagern. Andererseits stellte man die berechtigte Frage, ob diese Preise ohne HVG-Einsatz nicht noch wesentlich schlechter ausgefallen wären. Fazit: "Die HVG Hallertau hatte mit betriebswirtschaftlichen Mitteln eine volkswirtschaftliche Aufgabe gelöst, jedoch zu Lasten ihres Prestiges".
Die Hopfenpflanzer freilich waren für eine solch differenzierte Sicht der Dinge anfangs nicht leicht zu gewinnen. Ein Beschluss von 1955 wollte jedes Mitglied der HVG dazu verpflichten, 10 % seiner Produktion an die Genossenschaft abzuführen - was in der Praxis weder erfolgte, noch von den HVG-Verantwortlichen mit der Brechstange erzwungen wurde. So erhielt die HVG Hallertau im selben Jahr gerade noch 2.800 Ztr. Hopfen angeliefert, was ihre Möglichkeiten, regulierend auf das Marktgeschehen einzugreifen, zwangsläufig recht bescheiden ausfallen ließ. Im Erntejahr 1957 mit seiner ausufernden Preisentwicklung - kurzzeitig wurden bis zu 1.200 Mark pro Ztr. und mehr bezahlt - hielt sich die HVG dann ganz bewusst aus der allgemeinen Spekulationswut heraus. Das lag nicht nur daran, dass die Pflanzer auch ohne Genossenschaft genug verdienten und den Hopfen lieber eigenständig verkauften. Die HVG verstand ihre Politik der Marktregulierung nämlich auch darin, allzu wilden Preiswucherungen auch nach oben hin Grenzen zu setzen. Phantasiepreise wie in diesen Jahren führten nur zum "Konjunkturhopfenbau" - mit den bekannten Folgen für die kommenden Erntejahre.
Fast wie bestellt fielen denn auch im kommenden Jahr die anfangs guten Preise im Laufe der Vermarktungsperiode kontinuierlich und landeten schließlich weit unter dem Niveau des Betriebsvorschusses, den die HVG bereits ihren Mitgliedern gewährt hatte. Es blieb nichts anderes übrig, als an die Mitglieder Rückzahlungsforderungen zu stellen, die Stimmung unter den Pflanzern braucht man nicht näher beschreiben. Obwohl im Folgejahr das Preisniveau sehr schlecht war, gaben die Pflanzer gerade noch 6.000 Ztr. Hopfen die HVG zur Verwertung ab.
Gleichzeitig brachte das Jahr 1958 aber auch ein sehr positives Ereignis für die HVG. In Mainburg konnte man den Aufbau einer mit modernster Technik ausgestatteten Hopfenhalle abschließen und damit die Fläche einer bereits 1954 gebauten Halle maßgeblich erweitern. Am 30. Oktober fand die feierliche Eröffnung statt. Die Genossenschaft signalisierte damit von Anfang an, wie wichtig ihr das Kriterium der Qualitätskontrolle und -pflege der von ihr vermarkteten Hopfen war.



1960-1974
Hermann Schlicker, jahrzehntelang geschäftsführendes Vorstandsmitglied der HVG Hallertau, sollte später einmal die Aufgabe der HVG in dieser ersten Phase bis 1959 in rein "preisstützender Funktion" beurteilen. Das Jahr 1960 brachte insofern einen Umbruch, als hier der Beschluss reifte, das bisherige Kommissionsgeschäft allmählich zu Gunsten einer stärkeren Orientierung am Vertragshopfenbau aufzugeben. Für Schlicker war dies gleichbedeutend mit einem endgültigen Wandel der HVG hin zu einer Führung nach "unternehmerischen Gesichtspunkten".
Dieser Wechsel hin zum Vorvertragssystem bedeutete also nicht nur für die Hopfenbauern einen maßgeblichen Umbruch in der Geschichte der Hopfenvermarktung. Dass der eingeschlagene Weg der richtige war, spiegelte sich nicht zuletzt in den stabilen Mitgliederzahlen der HVG und einer gleichzeitigen kontinuierlichen Steigerung der vermarkteten Hopfenmengen Jahr für Jahr. 1966 lag dabei der Anteil an Vertragshopfen bereits bei rund 90 %.
Einen wichtigen Schritt beim Thema Marktregulierung unternahm die HVG 1968. Sie beteiligte sich an der Hopstabil GmbH, die in Wolnzach unter gleichem Namen ein großes Werk für Hopfenpulver betrieb. Somit konnte sie erstmals ein eigenes, bereits fertig ausgereiftes Hopfenprodukt auf den Markt bringen.
Vielleicht den wichtigsten Meilenstein in der Genossenschaftsgeschichte brachte das Jahr 1973. Die HVG konstituierte sich, auch auf Betreiben des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, als Erzeugergemeinschaft im Sinne der EWG-Marktordnung. Diese neue Stellung der HVG machte nicht nur umfangreiche Satzungsänderungen nötig, die 1978 endgültig vollzogen wurden. Erstmals waren nun alle Mitglieder der Erzeugergemeinschaft berechtigt, für Maßnahmen im Sinne einer Hopfenmarktstabilisierung Erzeugerbeihilfen zu beantragen. Die Zuteilung dieser Beihilfen oblag ab sofort der Hopfenverwertungsgenossenschaft. In der Hopfenanbaupraxis bedeutete dies noch einmal eine wesentlich stärkere Konzentration auf Qualität und Sortenwahl.
Mit der Ernte 1974 vermarktete die HVG schließlich über 50.000 Ztr. Hopfen. Ihre Marktstellung war inzwischen so gefestigt, dass sie ihre Aktivitäten erstmals auch auf andere Anbaugebiete auszudehnen begann. So führte ihr Geschäftsbetrieb erstmals auch ins Anbaugebiet Hersbrucker Gebirge, wo die dortige Genossenschaft bereits 1966 zusammengebrochen war.



1975 bis 2003
Eine so starke Stellung im Hopfenhandelsgeschehen brachte der HVG zwangsläufig nicht nur positive Stimmen ein. Vor allem ihre Bedeutung innerhalb der EWG-Hopfenmarktordnung verursachte manch lautere Töne. Als "Preistreiber, Monopolisten, Hopfenkommunisten" habe man sich beschimpfen lassen müssen, so klagte beispielsweise Hermann Schlicker in der Vertreterversammlung 1978.
Dieses Hopfenjahr sollte in mehrfacher Hinsicht zu einem "heißen Jahr" für die HVG werden. Nicht nur, weil Anfang November in einer Darre der Mainburger Aufbereitungshalle ein Feuer ausbrach, das nicht nur diese Darre, sondern zudem 80 Ztr. gelagerten Hopfen vernichtete. So verkündete in der nachfolgenden Vertreterversammlung der HVG-Vorstand seinen Entschluss, die Erzeugerbeihilfe für das Jahr 1978 nicht an seine Mitglieder auszubezahlen. Vielmehr wollte man den Betrag für marktstabilisierende Maßnahmen verwenden, konkret, sich mit einem Teil des Geldes an einem Hopfenverarbeitungsbetrieb beteiligen und mit dem Rest einen Hopfenpool nach amerikanischem Vorbild aufbauen. Dass dieser Entschluss in der Versammlung eine "Diskussion" auslöste, war vorhersehbar. "Draußen bei den Hopfenpflanzern" wuchs er sich jedoch zur "großen Opposition" aus. In einer nachfolgenden außerordentlichen Vertreterversammlung stimmte schließlich die Mehrheit der Versammelten gegen den Entschluss und für eine Auszahlung der Hälfte der Beihilfe. Doch als ein Jahr später erneut der Gedanke der Einbehaltung der Beihilfe zur Sprache kam, herrschte bereits ein "anderes Klima", so die damaligen Berichterstatter: Mehrheitlich stimmte man für die Einbehaltung der Beihilfe. So konnte man im Sommer 1982 die "HVG Hallertau Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitz in Wolnzach" gründen (Geschäftsführer: Hermann Schlicker). Deren alleinige Aufgabe war es, "Beteiligungen an Hopfenverarbeitungsunternehmen" zu erwerben und zu halten. Unmittelbar darauf beteiligte sich die HVG an der Hopfenveredlung HVG Barth, Raiser & Co. in St. Johann und in Wolnzach.
Um Fragen wie den Umgang mit der Erzeugerbeihilfe sollte es zwar auch in den folgenden Jahren immer wieder teilweise aufreibende Diskussionen innerhalb der HVG geben. Nicht zuletzt die immer angespanntere Lage auf dem Hopfen- und Braumarkt führte jedoch zu einem immer stärkeren Zusammenrücken unter den Hopfenpflanzern. Dies machte sich nicht zuletzt auch in dem bisher letzten großen Schritt der HVG bemerkbar, als beim Übergang zum neuen Jahrtausend die noch bestehenden regionalen Genossenschaften wie Elbe-Saale (2000), Jura (2001) oder Tettnang (2001) in der HVG aufgingen und diese fortan unter dem Namen "HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G" firmierte. Mit Ausnahme der Hopfenpflanzer im Anbaugebiet Spalt sind heute die Pflanzer aus allen deutschen Anbaugebieten Mitglieder der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. in Wolnzach.
Im Sommer 2003 konnte die HVG ihr neu errichtetes Verwaltungsgebäude in Wolnzach beziehen. Ihre unmittelbare Nachbarschaft zum Deutschen und Hallertauer Hopfenpflanzerverband, zur Hopfenberatung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sowie zum neu gebauten Deutschen Hopfenmuseum symbolisiert auf markante Weise die Stellung der HVG als kunden- wie erzeugernahes Hopfenhandelshaus, eine Stellung, die inzwischen auf die Tradition eines halben Jahrhunderts zurückschauen kann. Am 6. Oktober 2003 jährt sich der Gründungstag der HVG zum 50. Mal.



HVG Tettnang1
Analog den Hallertauer Bestrebungen, hatte sich in Tettnang 1955 ebenfalls eine Hopfenverwertungsgesellschaft (HVG) gegründet. Die litt unter denselben Prämissen wie ihre bayerische "Schwester". Diskussionen um die Auszahlung der Beihilfen gab's allerdings ab 1975 nicht mehr, weil die HVG Tettnang in der EWG-konformen "Erzeugergemeinschaft Hopfen Baden-Württemberg" (Sitz Tettnang) aufgegangen war. Die schloss alle örtlich agierenden Handelsunternehmen mit ein und war durch Einbeziehung des Pflanzerverbandes quasi mit doppelter Identität ausgestattet. Sprich, die gesamte Ernte "lief" über eben diese Erzeugergemeinschaft. Die Beihilfe wurde zunächst ganz an die Pflanzer weitergeleitet. Als die EU dies neu regelte, blieben die vorgeschriebenen 20 Prozent bei der Gemeinschaft - zur Qualitäts- und Marktpflege und damit auch zur Preisstabilisierung.
Diese Vorgaben in einem immer schwierigeren Markt führten letztlich (2001) dazu, mit dem größeren, in der Aufgabenstellung gleichgelagerten Partner, der HVG e.G. (Wolnzach), zu fusionieren.

HVG Elbe-Saale2
Die HVG Elbe-Saale wurde im August 1990 in Fürth gegründet. Ein erster Versuch zur Gründung bereits im Mai 1990 in Sachsen war daran gescheiter, dass damals eine Eintragung ins Register in Leipzig noch nicht machbar war. Den 7 Gründungsmitglieder schlossen sich bald weitere an. Schließlich zählte die HVG Elbe-Saale 60 Mitglieder. Die erste Zeit der HVG Elbe-Saale fiel in eine Phase, in der die Hopfenfläche im Anbaugebiet Elbe-Saale um etwa ein Drittel zurückging. Durch die 1990er Jahre hindurch stabilisierte sich die Hopfenfläche im Anbaugebiet und auch die Vermarktungsaktivitäten der HVG Elbe-Saale. Im Jahr 2000 schließlich ging die HVG Elbe-Saale in einer Fusion in der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. auf.

HVG Jura3
Die HVG Jura wurde im September 1954 gegründet. Von Anfang an waren die Beziehungen zur HVG Hallertau sehr eng. Der langjährige Geschäftsführer der HVG Jura war Hr. Trapp von der HVG Hallertau. Aufgrund der starken Konzentration in der Braubranche aber auch unter den Hopfenhandelsfirmen selbst wurde die Marktposition der kleinen Regionalgesellschaft HVG Jura zunehmend problematisch. Die HVG Jura fusionierte deshalb in 2001 und ging in der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. auf. 


 
ARV = Aufsichtsratsvorsitzender
VSV = Vorstandsvorsitzender
sVSV = stellvertretender Vorstandsvorsitzender
wVS = weitere Vorstände
GF = Geschäftsführer

Übersicht über die Leitungsgremien der HVG Hallertau und heutigen HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. 7

50er   1953 54 55 56 57 58 59 1960
ARV   Otto Höfer
VSV   Dr. Jakob Spitzauer  
sVSV   Andreas Grabmair  
wVS   Michael Forstner  
GF   Hermann Schlicker



60er 1961 62 63 64 65 66 67 68 69 1970
ARV Otto Höfer Sebastian Raith Dr. Josef Maier-Kraft
VSV Andreas Grabmair Josef Schrag Michael Forster
sVSV Josef Schrag Michael Forstner
wVS Hermann Schlicker
GF Hermann Schlicker



70er 1971 72 73 74 75 76 77 78 79 1980
ARV Dr. Josef Maier-Kraft Leo Höfter Hubert Grabmair
VSV Michael Forstner
sVSV Hubert Grabmair Josef Schwarzmeier
wVS Hermann Schlicker
GF Hermann Schlicker
  Leo Höfter

 

80er 1981 82 83 84 85 86 87 88 89 1990
ARV Hubert Grabmair Wolfgang Forstner
VSV Michael Forstner Herrmann Schlicker Leo Höfter
sVSV Josef Schwarzmeier
wVS Herrmann Schlicker Wolfgang Schlaffer
GF Leo Höfter
Herrmann Schlicker  

 

90er 1991 92 93 94 95 96 97 98 99 2000
ARV Wolfgang Forstner Michael Bogensberger
VSV Leo Höfter Dr. Johann Pichlmaier
sVSV Josef Schwarzmeier Wolfgang Schlaffer
wVS Wolfgang Schlaffer Wolfgang Forstner
GF Leo Höfter  
  Dr. Johann Pichlmaier

 

00er 2001 02 03
ARV Michael Bogensberger Adolf Scharpfl
VSV Dr. Johann Pichlmaier
sVSV Wolfgang Schlaffer
wVS Wolfgang Forstner
  Dr. Bernhard Locher
GF Dr. Johann Pichlmaier



Vermarktete Hopfenmenge
hvg_verm_menge

  

1 verfasst von Peter Heidtmann (Tettnang)
2 verfasst von der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. in Anlehnung an die Broschüre "10 Jahre HVG Elbe-Saale e.G."
3 verfasst von der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. in Anlehnung an die Broschüre "10 Jahre HVG Elbe-Saale e.G."
4 Zusammengestellt von HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. im Juli 2003
5 zusammengestellt von der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. im Juli 2003
6 bis 2000 nur Menge der ehemaligen HVG Hallertau 7 Zusammengestellt von HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. im Juli 2003