HVG Germany: Hopfen

 

Das Jahr im Hopfenanbau: Frühjahrsarbeiten*

 

Die Gerüstanlage

Gerüstanlagen müssen jedem Wetter standhalten. Das Gerüst muß die ganze Last des Hopfens tragen. Ein voll ausgewachsener Hopfenbestand kurz vor der Ernte hat ein Gewicht von ca. 40 t/ha. Durch Wasseraufnahme bei Regen und die Belastung durch den Wind (Gewitter!) wird dieses Gewicht auf bis zu 100 t erhöht. Hopfengerüste sind 7 m hoch. 110 Holzmasten je Hektar tragen ein Drahtnetz, das an den Seiten im Boden verankert ist. Die Holzmasten (meist Fichten oder Kiefern) werden mit Imprägniersalz oder Teeröl behandelt, damit sie vor den Witterungseinflüssen geschützt sind. Für das Drahtnetz werden ca. 5 dt/ha Stahlseil und 5,5 dt/ha Stahlstacheldraht benötigt. Eine Gerüstanlage kostet insgesamt etwa 15  -20 000 EUR je Hektar und hat eine Lebensdauer von ca. 20-25 Jahren.

Aufdecken und Schneiden

Die erste Frühjahrsarbeit ist das Aufdecken und Schneiden der Hopfenstöcke. Für diese Arbeit, die der Hopfenpflanzer Anrainen nennt, muß der Boden gut abgetrocknet sein. Das Aufdecken wurde früher mit der Haue und das Schneiden mit dem Messer in aufwändiger Handarbeit durchgeführt. Heute werden eigens für diesen Zweck konstruierte Aufdeck- und Schneidgeräte verwendet. 
Der Schnitt soll glatt sein, da nur dann ein Wundverschluss möglich ist. Gesunde Schnittflächen sind weiß, sind sie braun (Stockfäule), wird eine Stockfäulebehandlung empfohlen! Herbstschnitt sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

Wegackern (Anrainen) und Schneiden in einem Arbeitsgang

Es sind neue Schneidgeräte auf dem Markt, die vor dem Schneidgerät 2 Scheiben zum Wegackern haben. Damit ist das Schneiden ohne vorheriges Wegackern in einem Arbeitsgang möglich.

Aufleiten

Pro Hektar stehen je nach Sorte 3 500 - 4 000 Aufleitungen. Dazu ist am Frontlader des Schleppers eine sogenannte Kanzel angebracht. Mit Hilfe dieser Kanzel können 2 - 3 Arbeitskräfte den Aufleitdraht am Drahtnetz in 7 Meter Höhe befestigen. Anschließend verankern 3 Personen den Draht im Boden. Er erhält einen Knoten und wird mit einem Treteisen in den Boden eingesteckt. Ein solches Team befestigt pro Tag 8.000 - 10.000 Drähte. 
Versuche haben gezeigt, dass schräger Aufleitwinkel meist nur Mehrarbeit beim Nachleiten, aber keinen Mehrertrag bringt.

* © Auszug von der LfL- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft