HVG Germany: Hopfen

 

Das Jahr im Hopfenanbau: Der Pflanzenschutz

 

So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Der Hopfen kann von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden(siehe dazu "Freunde und Feinde"). Ihr Auftreten hängt sehr stark von dem Zusammenwirken der Witterung, der Lebensweise der Schaderreger und der Widerstandsfähigkeit der Kulturpflanzen ab.

Die Mittel zur Bekämpfung dieser Krankheiten und Schädlinge werden einer strengen Prüfung auf Wirksamkeit, Umweltverhalten und Unbedenklichkeit für das Erntegut unterzogen, bevor sie vom Hopfenpflanzer eingesetzt werden dürfen. Zum Ausbringen der Pflanzenschutzmittel sind spezielle Spritzgeräte (Gebläsespritzen) entwickelt worden, die das Spritzmittel über die gesamte Höhe gleichmäßig verteilen.

Seit 1952 tritt in Deutschland auch die Hopfenwelke auf. Sie wird hauptsächlich verursacht durch einen Pilz und es gibt keine Möglichkeiten der chemischen Bekämpfung, Auch die Viruskrankheiten können nicht chemisch bekämpft werden. Befallene Stöcke müssen gerodet und bei der Neuanlage gesunde Fechser verwendet werden.

Tierische Schädlinge wie Rüsselkäfer, Hopfenblattlaus und Spinnmilben befallen je nach Lage und Witterung oberirdische Pflanzenteile wie Blätter und Dolden und verursachen erhebliche Schäden, wenn sie nicht rechtzeitig bekämpft werden. In den letzten Jahren ist auch Echter Mehltau ein zunehmendes Problem.

Die Hopfenperonospora tritt seit 1924 regelmäßig auf. Vor allem in feucht-warmen Sommern sieht man die durch diese Krankheit hervorgerufenen verkrüppelten Triebe, die sogenannten "Bubiköpfe". Besonders gefährlich ist ein Befall der Blüte, der sie zum Absterben bringt und den Ertrag bis zum Totalausfall mindern kann.

Peronosporawarndienst

Für die wichtigste Krankheit des Hopfens, den Falschen Mehltau (Pseudoperonospora humuli), wurde schon Anfang der 80er Jahre in Hüll ein Prognosemodell entwickelt. Mit Hilfe dieser Prognose ist es möglich, dem Hopfenpflanzer den exakten Termin einer notwendigen Bekämpfung anzugeben. So konnten die früher ausgebrachten 15 Spritzungen auf durchschnittlich 6 bis 7 Applikationen pro Jahr reduziert werden. Eine weitere Verminderung der eingesetzten Chemie wird durch den Anbau der neuen Hüller Zuchtsorten erreicht. Kontrollparzellen bestätigen, dass die Hüller Zuchtsorten auch bei nur drei Behandlungen zum Zeitpunkt der Ernte frei von Peronospora waren. * © Auszug von der LfL- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft