HVG Germany: Hopfen

 

Das Jahr im Hopfenanbau: Das Anleiten

 

Ausputzen und Anleiten

Aus jedem Stock wachsen im Frühjahr ab Ende April 40-60 Triebe. Für eine normale Entwicklung werden nur 4-6 Triebe benötigt. Die übrigen werden abgeschnitten. Die benötigten Triebe werden "angeleitet", d. h. sie werden im Uhrzeigersinn um den Aufleitdraht gewickelt. Dies ist eine Hilfestellung für die Hopfentriebe, damit sie anschließend leichter weiterwachsen können. Zur Erleichterung des Ausputzens haben sich Kreiselgeräte gut durchgesetzt. Das Kreiseln sollte möglichst flach erfolgen, damit eine Beschädigung der Wurzelsysteme vermieden wird.Versuche haben ergeben, dass mehr als 2 Triebe pro Aufleitdraht keinen Mehrertrag brachten, wohl aber die Mehltauanfälligkeit durch die dichtere Belaubung erhöht wird. Da die Triebe vom Wind während des Wachstums gelegentlich wieder abgetrieben werden, muß auch später noch einige Male "nachgeleitet" werden. Aus dem Wurzelstock wachsen immer wieder neue Triebe heraus. Diese werden nicht benötigt, sie sind sogar eine Brutstätte für Krankheiten und Schädlinge und nehmen dem Stock Wachstumsenergie weg. Sie müssen deshalb in mehreren Arbeitsgängen entfernt werden. Dieses Entfernen der sog. Nachschosser geschieht von Hand oder mit dem Spritzgerät. Es werden dazu Stickstoffdüngemittel aufgelöst und auf die abzutötenden Triebe gespritzt. Dieses Mittel (Ammonsulfat) wirkt damit gleichzeitig zur Abtötung der Nachschosser und als Dünger.

Entfernen der Bodentriebe und Entlauben verringert den Infektionsdruck

Aus dem Hopfenstock treiben immer wieder neue Triebe aus. An diesen Bodentrieben und den bodennahen Seitentrieben entsteht ein günstiges Mikroklima für Krankheiten und Schädlinge. Zum Teil sind die Bodentriebe bereits mit Peronospora (Bubiköpfe) und Mehltau infiziert. Das Entfernen der Bodentriebe und unteren Seitentriebe ist deshalb eine wichtige Maßnahme zur Verringerung des Befallsdruckes mit Peronospora, Mehltau und Spinnmilben und kann manche Spritzung einsparen. In den letzten Jahren wurden mechanische Entlaubungsgeräte entwickelt. Beim Einsatz ist auf optimalen Zeitpunkt und optimale Einstellung zu achten. Zum Entfernen der überzähligen Bodentriebe können ab 1-2 m Wuchshöhe der angeleiteten Reben stickstoffhaltige Mischungen eingesetzt werden