HVG Germany: Hopfen

 

In diesem Zusammenhang sei kurz auf die Begriffe "spezifisch" und "unspezifisch" eingegangen. Als spezifisch kann man ein Analysenergebnis betrachten, wenn sichergestellt ist, dass wirklich nur die eine gewünschte Substanz erfasst wurde.
Hierzu muss man meist Trennverfahren ( = Chromatographie) anwenden. Abbildung 1 zeigt beispielhaft ein HPLC-Chromatogramm der Bittersäuren eines frischen Hopfens. Man erkennt bei den ?- und ?-Säuren jeweils 2 Spitzen (Peaks), nämlich Co-?- und n- + ad-?-Säuren sowie Co-?- und n- + ad-?-Säuren.

Hierzu muss man meist Trennverfahren (=Chromatographie) anwenden. Abbildung 1 zeigt beispielhaft ein HPLC-Chromatogramm der Bittersäuren gezeigt.
Man erkennt bei den ?- und ?-Säuren jeweils 2 Spitzen (=Peaks), nämlich Co-?- und n- + Ad-?-Säuren sowie Co-?- und n- + Ad-?-Säuren.

analytik6_1   analytik6_2

Abb.1 Frischer Hallertauer Hersbrucker           Abb. 2 Gealterter Hallertauer Hersbrucker

Die Höhe des Co-Peaks im Vergleich zu den beiden anderen (n- und ad-Peak) ist bei Aromahopfen wie Hersbrucker, Tettnanger und Spalter niedriger als bei Bitterhopfen.

Bei der HPLC können wir also sicher sein, daß wir nur ?- oder ?-Säuren messen.

Abbildung 2 stellt zum Vergleich das Chromatogramm eines stark gealterten Hopfens dar. Man erkennt sofort die Verluste an ?- und ?-Säuren. Ausserdem zeigen sich einige neue Peaks - Substanzen, die aus dem Abbau der Bittersäuren entstanden sind.

Unspezifische Methoden dagegen, wie die Konduktometrie oder Spektralphotometrie, verzichten auf eine Trennung (Chromatographie). Sie machen sich bestimmte Eigenschaften der ?-Säuren zu Nutze - die spektral-photometrische Methode z. B. die optischen Eigenschaften der ?-Säuren. Die Konduktometrie (Leitfähigkeitsmessung) dagegen bedient sich der Eigenschaft der ?-Säuren, mit einem Salz eine Bindung einzugehen. Ausser den ?-Säuren besitzen auch andere Inhaltsstoffe des Hopfens die genannten Eigenschaften (Lichtschluckvermögen bei der Spektralphotometrie und Salzbildung bei der Konduktometrie). Auch diese Inhaltsstoffe gehen demnach in den Messwert ein. Daher erzielt man mit unspezifischen Methoden eher etwas höhere Werte als mit spezifischen.

Prinzip der Konduktometrie


Humulon + Bleiacetat = Humulat

Die in Ether ausgelaugten Gerbstoffe aus der Probe werden mit Pb(AcO)2 (Bleiacetat) konduktometrisch titriert.
Die Humulone reagieren mit dem Bleiacetat und bilden Bleisalze. Wenn alle Humulone (bzw. Iso-Humulone) reagiert haben, steigt der Konduktometerwert. Was die Analyse unspezifisch macht ist die Tatsache, dass auch andere Hopfeninhaltsstoffe Interferenz in der Messung verursachen können.

Der Verbrauch an Bleiacetat wird in eine Formel eingegeben, mit der der prozentuale ?-Säuregehalt der Probe errechnet wird.
Beim frischen Hopfen korrelieren die Ergebnisse mit dem tatsächlichen ?-Säuregehalt der Probe.

Wenn dagegen der Hopfen oder das Hopfenprodukt alt und oxidiert ist, verfälschen die Alterungskomponenten das Ergebnis der Analyse.