HVG Germany: Hopfen

 

Beurteilung der Methoden

 

Leider bringen die beschriebenen Methoden bei mehreren Analysen einer einzigen Probe keine identischen Ergebnisse. Zur Beurteilung der Methoden schreibt Dr. Adrian Forster in seiner Veröffentlichung "Wie analysiert man Hopfen" (1993):

Wie soll man Methoden beurteilen?

Hierzu kann man eine ganze Reihe von Kriterien heranziehen, wie etwa die folgenden:

1. Gruppe: Genauigkeit, Reproduzierbarkeit, Aussagekraft. Diese Punkte umfassen die Qualität einer Methode. Wie genau kann man die gewünschte Substanz analysieren? Erzielen in einem Labor mehrere Mitarbeiter an unterschiedlichen Tagen ein gleichartiges Ergebnis oder streuen diese? Wie streuen die Resultate, wenn mehrere Labors gleichartige Proben untersuchen? Diese Punkte fallen alle unter den Begriff der Reproduzierbarkeit, wobei mit statistischen Formeln festgestellt werden kann, mit welchen Abweichungen man bei einer Methode rechnen muss.

Unter Aussagekraft lässt sich verstehen, welche Informationen man insgesamt erhält. Es gibt Methoden, die nicht nur einen Wert liefern, sondern mehrere. So kann die komplette Wöllmeranalyse neben den ?-Säuren auch den Gesamtbitterstoffgehalt ( = Gesamtharz) und den Alterungsgrad ( = Hartharzanteil) zur Verfügung stellen. Die ASBC-Methode bietet außer den ?-Säuren auch die ?-Säuren und einen Alterungsindex. Am informativsten ist die HPLC, da neben ?- und ?-Säuren sowie einem Alterungshinweis auch schon Merkmale der Sortenzugehörigkeit erfassbar sind.


2. Gruppe: Apparativer Aufwand, Zeitbedarf, Kapazität, Lösemittelverbrauch, sonstiger Aufwand. Diese Gruppe umfasst letztlich Punkte, die in die Kosten einer Analyse eingehen. Wie teuer ist die Ausrüstung? Wie lange dauert es, bis das Ergebnis zur Verfügung steht? In der Hopfenverarbeitung kommt es natürlich darauf an, schnell zu einem Resultat zu kommen. Sind mehrere Analysen gleichzeitig möglich, wie viele Analysen schafft eine Person/Mannschaft pro Tag? Mit anderen Worten: Was nutzt die schönste Analyse, wenn nur sehr wenige Ergebnisse pro Mitarbeiter und Tag resultieren? Ferner interessiert, wie hoch der Verbrauch an Lösemitteln und anderem Material ist. Schließlich spielt noch eine Rolle, welche Qualifikation der/die Analytiker(in) aufweisen muss, um mit der Handhabung der Geräte zurechtzukommen. In diesem Punkte sind also alle Fragen nach den Kosten einer Analyse enthalten.

3. Gruppe: Sicherheit, Gesundheitsschädlichkeit, Umweltfreundlichkeit. Diese Gruppe spielt verständlicherweise in den letzten Jahren eine immer grössere Rolle. Ist ein Lösemittel, das zur Analyse benötigt wird, explosiv, ähnlich z. B. wie Benzin? Bestehen dadurch Gefahren im Umgang für Menschen? Ist ein Lösemittel gesundheitsschädlich? Generell muss man sagen, dass alle zur Hopfenanalytik benötigten Lösemittel gewissen Bedenken ausgesetzt sind, man also ohnehin für eine gute Laborlüftung sorgen muss.