HVG Germany: Hopfen

 

Heilwirkung

heilwirkung_bild1Bock schreibt um 1550, dass die Sprossspitzen das Blut reinigen, abführen und gegen Leber- und Milzschwellungen wirken. Die Blüten würden in Wein gegen Vergiftungen, Blasen- und Steinleiden wirken und ein Sirup vertreibe Fieber.

In der Pharmakopöe Württemberg von 1741 wird die Pflanze als Anodynum, Resolvens, stein-, harn- und menstruationstreibend bezeichnet. Außerdem wirke sie äußerlich bei Quetschungen und Geschwülsten.

In die Naturheilmedizin hat der Hopfen Eingang gefunden. Ihm werden bei folgenden Beschwerden medizinisch heilende Wirkungen nachgesagt: Schlaflosigkeit, Nervosität, nervöse Magenbeschwerden, Blähungen, Depression, Wechseljahre, Menstruationskrämpfe, Östrogenmangel, allg. Krämpfe, Nieren–Blasenleiden. Außerdem soll er harntreibend wirken.

heilwirkung_bild3Die Anwendung erfolgt über Tabletten, Tees, Schlafkissen oder Duftsäckchen, entweder mit Hopfen allein oder mit Baldrian (Valeriana officinalis) oder Melisse (Melissa officinalis) vermischt. Allerdings finden weniger als 0,5 % der weltweit produzierten Hopfenmenge in der Medizin Verwendung.

Die Hopfenblätter enthalten Kämpferöl, Quercetin, Quercetinglykoside, Proanthocyanidine, Ascorbinsäure und Quebrachitol. Trotz der nahen Verwandtschaft des Hopfens mit dem Hanf ist es bisher nicht gelungen im Hopfen Cannabinoide (THC) nachzuweisen.

Ein in den Lupulindrüsen enthaltenes Flavonoid, das Xanthohumol, hat in vielen Tests (meist in vitro) ein in verschiedene Richtungen antikanzerogenes Potenzial gezeigt. Seine antioxidativen Eigenschaften werden höher eingestuft als die des Vitamin E oder des Genisteins. Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ob dieses Flavonoid für die pharmazeutische- oder Lebensmittelindustrie von Interesse ist.

Siehe dazu: Die physiologische Wirkung der Hopfens (PDF, Größe 76kb)