HVG Germany: Hopfen

 

Freunde und Feinde

1. Hopfenblattlaus (Phorodon humuli)
Wichtigster Schädling des Hopfens, der als Sommerwirt genutzt wird. Im Mai/Juni erfolgt die Besiedelung durch geflügelte Läuse, den so genannten Aphisfliegen. Diese gebären ungeschlechtliche, ungeflügelte Larven, die nach 4 Häutungen (ca. 5 Tagen) erwachsen und damit gebärfähig sind. Eine Laus hat ca. 25 Nachkommen. Im Herbst wechselt sie zum Winterwirt (Zwetschge, Pflaume, Schlehe). Hopfenläuse sind hellgrün mit dunklen Streifen und schädigen den Hopfen in erster Linie durch Saftentzug (Phloemsauger). Stoffwechselbedingt geben sie eine zuckerhaltige Flüssigkeit, den Honigtau ab. Auf diesem siedeln sich Schwarzpilze an.

Die Hopfenblattlaus vermehrt sich sehr schnell, so dass in kurzer Zeit eine dichte Besiedlung des Hopfens erfolgt. Durch die Saugtätigkeit an den Blüten, Fruchtständen und Blättern werden die Pflanzen erheblich geschädigt. Phorodon humuli ist auch Überträger des Hopfenmosaik-Virus.

 

2. Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urtica)
Die Gemeine Spinnmilbe, im Sprachgebrauch auch "Rote Spinne" genannt, verursacht Saugschäden. Dadurch verfärbt sich die Blattoberseite gelblich bis rötlich-braun. Die Vermehrung erfolgt über Eier. Trocken-warme Witterung begünstigt die Entwicklung.

Die Überwinterung der Spinnmilbe an Hopfen erfolgt über gelb-orange, begattete Winterweibchen, vorzugsweise auf abgestorbenen Blättern oder Seitentrieben. Diese "Winterweibchen" legen im Frühjahr glashelle bis leicht gelbliche, etwa 0,13 mm große runde Eier vorzugsweise auf die Blattunterseite.

Der Befall beginnt an den unteren Blättern der Pflanze. Die Spinnmilbenpopulation wandert anschließend sehr schnell nach oben. Je nach Sorte zeigen sich mehr oder weniger stark ausgeprägte gelbe Flecken an den Blättern.

 

3. Minderschädlinge
Neben Hopfenblattlaus und Gemeiner Spinnmilbe können zahlreiche weitere Insekten am Hopfen gefunden werden, unter denen sich auch einige als "Minderschädlinge" einzustufende Tiere finden. Diese Insekten leben zwar am und vom Hopfen, verursachen dabei jedoch in der Regel keinen oder keinen nennenswerten Schaden.

Einige der Arten können lediglich in Ausnahmejahren oder unter besonderen Standortbedingungen zu wirtschaftlich relevanten Schäden am Hopfen führen.

Agrotis segetum (Saateule)
Calliteara pudibunda (Rotschwanz)
Cicadellidae (Zikaden)
Cnephasia alticolana (Schattenwickler)
Hydraecea micacea (Markeule)
Hypena rostralis (Hopfenschnabeleule)
Miridae (Weichwanzen)
Nymphalis c-album (C-Falter, Hopfenvogel)
Nymphalis io (Tagpfauenauge)
Orgyia antiqua (Schlehenspinner)
Ostrinia nubilalis (Maiszünsler)
Psylliodes und Phyllotreta (Erdflöhe)
Thripidae (Thrips)