HVG Germany: Hopfen

 

Herzogtum Bayern-Landshut
1493: Herzog Georg der Reiche erlässt für sein gesamtes Herzogtum Bayern-Landshut, das altbayerische Kerngebiet, diese Vorschrift: "Die Bierbrauer und andere sollten nichts zum Bier gebrauchen denn allein Malz, Hopfen und Wasser, noch dieselben Brauer, auch die Bierschenken und andere nichts anderes in das Bier tun - bei Vermeidung von Strafe an Leib und Gut." Alle diese Verordnungen werden kontrolliert: Bierbeschauer besuchen regelmäßig die Brauer, prüfen und versuchen das Bier. Auch sie selbst sind strengen Bestimmungen unterworfen und dürfen höchstens sechs Prüfungen am Tag vornehmen. Außerdem dürfen sie an Prüfungstagen weder Speisen zu sich nehmen, die die Geschmacksnerven beeinträchtigen könnten, noch ist es ihnen erlaubt, Wein zu trinken oder gar zu rauchen.

Ingolstadt 23. April 1516 (mehr....)
Es wird beim bayerischen Landständetag - einer Zusammenkunft von Landadel und Ritterschaft - in Ingolstadt durch Herzog Wilhelm IV. das Reinheitsgebot für alle bayerischen Brauer erlassen.
Die norddeutschen Brauer, die bis dahin aufgrund ihrer strengen Zunftordnung mit ihren Bierqualitäten unerreicht sind, müssen zusehen, wie Bayern schnell aufholt. Es gibt in Deutschland hinsichtlich des Bieres zwei unterschiedliche Rechtssysteme:

Städte- und Zunftrecht im Norden
Bier gilt während des Mittelalters als "bürgerliche Nahrung" und untersteht bürgerlichem Recht, das sich in den Städten entwickelt hat und das die Bürger erfolgreich gegen Adel und Geistlichkeit vertreten. Deshalb sind hier das Bier betreffende Verordnungen in erster Linie Sache der Stadtverwaltungen und der Zünfte.